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Flachdachsanierung

Abdichtung, Dämmung und Detailanschlüsse für Flachdächer. Vom Warmdachaufbau bis zur Notentwässerung, alles nach DIN 18531 und Flachdachrichtlinie.

Drei Konstruktionsarten beim Flachdach

Welche Konstruktion bei Ihrem Flachdach vorliegt, bestimmt den gesamten Sanierungsablauf. Die Unterschiede im Überblick.

Warmdach

Nicht belüftet

Die Standardkonstruktion: Tragschale, Dampfsperre, Dämmung, Abdichtung. Kein Hohlraum, einfacher Aufbau. Der häufigste Typ bei Gewerbe- und Wohngebäuden seit den 1980er Jahren.

Aufbau: Tragdecke → Dampfsperre → Dämmung → Abdichtung

Kaltdach

Belüftet

Zwischen Dämmung und Abdichtung liegt ein belüfteter Hohlraum. Häufig bei Altbauten der 1960er und 1970er Jahre. Bei der Sanierung wird oft auf eine Warmdachkonstruktion umgebaut.

Aufbau: Tragdecke → Dämmung → Luftschicht → obere Schale → Abdichtung

Umkehrdach

Dämmung über Abdichtung

Die Abdichtung liegt geschützt unter der Dämmung. Typisch für begehbare Dachterrassen und Gründächer. Die Dämmung muss wasserbeständig sein (XPS).

Aufbau: Tragdecke → Abdichtung → XPS-Dämmung → Kiesschüttung/Belag

Abdichtungssysteme im Vergleich

Je nach Bestand, Nutzung und Budget kommen unterschiedliche Abdichtungsmaterialien zum Einsatz. Alle erfüllen die Anforderungen der DIN 18531.

Kriterium

Bitumen

Kunststoff (PVC/FPO)

EPDM

Verlegung

Verschweißt (Brenner)

Verschweißt (Heißluft)

Verklebt oder mechanisch befestigt

Lebensdauer

25 bis 30 Jahre

30 bis 35 Jahre

40 bis 50 Jahre

Kosten pro m²

25 bis 45 Euro

20 bis 35 Euro

30 bis 50 Euro

Reparaturfähigkeit

Sehr gut (aufschweißbar)

Gut (nachschweißbar)

Gut (mit Spezialkleber)

Gründach geeignet

Ja (wurzelfeste Lage)

Ja (FLL-Prüfung)

Ja (wurzelfest)

Typischer Einsatz

Wohngebäude, Gewerbe

Gewerbe, große Flächen

Garagen, Carports

Detailausbildung: Wo die meisten Schäden entstehen

80% aller Flachdachschäden treten an Anschlüssen und Durchdringungen auf. Fachgerechte Detailausbildung ist entscheidend für die Lebensdauer der gesamten Abdichtung.

Attika-Anschluss

Die Abdichtung muss mindestens 15 cm über die Dachfläche hochgeführt und mit einer Abdeckung (Attikakappe) gegen Witterung geschützt werden. Formteile und Dehnungsfugen kompensieren thermische Bewegungen.

Durchdringungen

Rohre, Lüfter, Kabelführungen und Lichtkuppeln durchbrechen die Abdichtungsebene. Jede Durchdringung braucht einen Flansch oder Manschetteanschluss, der dampfdicht und regensicher eingebunden wird.

Entwässerung

Dachgullys an den Tiefpunkten leiten das Wasser in die Fallrohre. Mindestgefälle 2% nach DIN 18531. Notentwässerungen (Notüberläufe) sind Pflicht und müssen frei in die Fassade entwässern.

Wandanschlüsse

Wo die Dachfläche an aufgehende Bauteile (Wände, Brüstungen) stößt, wird die Abdichtung hochgeführt und mit einer Anschlussschiene mechanisch befestigt. Die Fuge wird dauerelastisch versiegelt.

Normen und energetische Anforderungen

Bei jeder Flachdachsanierung greifen mehrere Regelwerke gleichzeitig. Die wichtigsten Vorgaben im Überblick.

DIN 18531

Die zentrale Abdichtungsnorm für Flachdächer. Sie regelt Materialanforderungen, Schichtaufbau, Gefälle (mindestens 2%), Anschlusshöhen und die Klassifizierung der Beanspruchung (K1 bis K4).

Flachdachrichtlinie

Herausgegeben vom ZVDH, konkretisiert sie die DIN 18531 mit Planungs- und Ausführungsdetails. Sie gilt als anerkannte Regel der Technik und ist Grundlage für Gewährleistungsansprüche.

GEG (Gebäudeenergiegesetz)

Bei Sanierung von mehr als 10% der Dachfläche muss der U-Wert auf maximal 0,20 W/(m²K) verbessert werden. Das entspricht je nach Material 14 bis 20 cm Dämmstärke.

Gefälledämmung

Das Gefälle wird über keilförmig geschnittene Dämmplatten (EPS oder PUR) hergestellt. Mindestens 2% zur Entwässerung, üblich sind 2 bis 3%. Dadurch wird stehendes Wasser zuverlässig vermieden.

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Ablauf einer Flachdachsanierung

Von der ersten Begehung bis zur abgenommenen Abdichtung: So läuft eine Flachdachsanierung in der Praxis ab.

1

Bestandsaufnahme

2

Rückbau

3

Gefälledämmung

4

Abdichtung

5

Detailanschlüsse

6

Abnahme

1

Bestandsaufnahme

Systematische Prüfung der vorhandenen Abdichtung: Blasenbildung, Risse, stehende Pfützen, durchfeuchtete Dämmung. Kernbohrung zur Schichtanalyse. Statikprüfung der Tragkonstruktion für den neuen Aufbau.

2

Rückbau alte Abdichtung

Entfernung der schadhaften Abdichtung und durchfeuchteter Dämmschichten. Bei intakter Altabdichtung kann diese als Dampfsperre im neuen Aufbau verbleiben. Entsorgung der Altmaterialien nach LAGA.

3

Gefälledämmung verlegen

Keilförmige Dämmplatten (EPS oder PUR) ergeben das nötige Mindestgefälle von 2% zu den Entwässerungspunkten. Die Dämmstärke wird so gewählt, dass der GEG-Grenzwert von 0,20 W/(m²K) eingehalten wird.

4

Neue Abdichtung aufbringen

Bitumenbahnen werden vollflächig aufgeschweißt, Kunststoffbahnen heiß verschweißt oder mechanisch befestigt. Immer mindestens zweilagig bei Bitumen, bei Kunststoff einlagig mit verstärkten Bahnen.

5

Detailanschlüsse herstellen

Attika-Hochzüge, Durchdringungsmanschetten, Wandanschlüsse und Entwässerungsflansche werden einzeln angefertigt und an die Flächenabdichtung angeschlossen. Hier entscheidet sich die Qualität der gesamten Sanierung.

6

Schutzlagen und Abnahme

Je nach Nutzung folgen Kiesschüttung (5 cm Mindestdicke), Plattenbelag oder Substratschicht für Begrünung. Abnahmeprotokoll mit Fotodokumentation aller Detailanschlüsse.

Wann muss ein Flachdach saniert werden?

Diese Anzeichen sprechen dafür, dass die Abdichtung nicht mehr zuverlässig funktioniert und eine Sanierung nötig wird.

Wassereintritt

Feuchte Stellen oder Tropfwasser an der Decke unter dem Flachdach. Oft erst bei Starkregen sichtbar, weil das Wasser innerhalb der Konstruktion wandert.

Blasenbildung

Blasen in der Abdichtungsbahn entstehen durch eingeschlossene Feuchtigkeit in der Dämmung, die sich bei Sonneneinstrahlung ausdehnt. Ein Zeichen für Dampfsperre-Versagen.

Stehendes Wasser

Pfützen, die nach 48 Stunden nicht abgelaufen sind, belasten die Abdichtung dauerhaft. Ursache ist fehlendes oder zu geringes Gefälle, verstopfte Abläufe oder Durchbiegung.

Risse in der Abdichtung

UV-Strahlung und thermische Belastung (Temperaturwechsel von minus 20 bis plus 80 Grad auf der Oberfläche) lassen ungeschützte Abdichtungsbahnen verspröden und reißen.

Hohe Heizkosten

Durchfeuchtete Dämmung verliert ihre Wirkung fast vollständig. Wenn die Heizkosten im Obergeschoss steigen, ohne dass sich die Nutzung geändert hat, kann das Flachdach die Ursache sein.

Alter über 25 Jahre

Eine Abdichtung, die älter als 25 Jahre ist, nähert sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Eine Zustandsprüfung lohnt sich, um den optimalen Sanierungszeitpunkt zu bestimmen.

Was kostet die Sanierung Ihres Flachdachs?

Fläche, Aufbau und Nutzung bestimmen die Kosten. Wir kalkulieren transparent nach Aufmaß.

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Häufige Fragen

Fragen zur Flachdachsanierung

Lebensdauer, Konstruktionsarten, Förderung und Genehmigungspflicht: Die wichtigsten Antworten.

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Flachdachsanierung vom Meisterbetrieb

Von der Bestandsaufnahme über die Gefälledämmung bis zur fertigen Abdichtung: Wir sanieren Ihr Flachdach fachgerecht nach DIN 18531. Gewährleistung und Dokumentation inklusive.