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Dachsanierung mit Photovoltaik

Wer sein Dach saniert, sollte Photovoltaik gleich mitdenken. Das spart Gerüstkosten, erfüllt die Solarpflicht NRW und macht die Investition wirtschaftlicher.

Warum PV und Dachsanierung zusammengehören

Eine Dachsanierung bietet die ideale Gelegenheit für die PV-Installation. Vier Gründe, warum die Kombination sinnvoll ist.

Gerüstkosten einmal zahlen

Das Fassadengerüst steht bei der Dachsanierung ohnehin. Wird die PV-Anlage im gleichen Zug installiert, entfallen die Gerüstkosten (ca. 1.000 bis 2.000 €) für eine spätere Nachrüstung.

Dach ist geöffnet

Bei einer Neueindeckung ist die Dachfläche komplett zugänglich. Unterkonstruktionen, Kabelführungen und Dachdurchdringungen lassen sich optimal vorbereiten.

Solarpflicht NRW erfüllen

Seit dem 1. Januar 2024 gilt bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut die Pflicht zur PV-Installation. Wer ohnehin saniert, erfüllt die Auflage automatisch.

Garantiekonflikt vermeiden

Wird eine PV-Anlage nachträglich auf ein frisch saniertes Dach montiert, können Garantieansprüche auf die Eindeckung gefährdet werden. Bei gleichzeitiger Ausführung stimmen Dachdecker und Solarteur die Arbeiten aufeinander ab.

Aufdach oder Indach: Montagearten im Vergleich

Beide Montagearten haben ihre Berechtigung. Die Wahl hängt von der Dachkonstruktion, dem Budget und den ästhetischen Anforderungen ab.

Aufdach-Montage

Die PV-Module werden über Montageschienen auf der bestehenden Dacheindeckung befestigt. Dachhaken greifen unter die Ziegel und werden an den Sparren verschraubt.

Vorteile

  • Kostengünstigste Montageart
  • Hinterlüftung der Module sorgt für bessere Kühlung und höheren Ertrag
  • Einfacher Austausch einzelner Module möglich
  • Kompatibel mit nahezu allen Dacheindeckungen

Nachteile

  • !Module liegen auf dem Dach auf, optisch sichtbar
  • !Dachhaken durchdringen die Eindeckungsebene
  • !Zusätzliche Windlast auf die Dachkonstruktion

Kosten: ca. 1.200 bis 1.600 €/kWp (netto)

Indach-Montage

Die PV-Module ersetzen einen Teil der Dacheindeckung und werden bündig in die Dachfläche integriert. Sie übernehmen die Funktion der Dachziegel an dieser Stelle.

Vorteile

  • Optisch sehr ansprechend, Module integrieren sich in die Dachfläche
  • Ideal bei Denkmalschutz oder gestalterischen Anforderungen
  • Keine zusätzliche Aufbauhöhe
  • Bei Neubau oder Komplettsanierung können Ziegelkosten eingespart werden

Nachteile

  • !Höhere Materialkosten als Aufdach-Systeme
  • !Geringerer Ertrag durch fehlende Hinterlüftung (ca. 3 bis 5% weniger)
  • !Aufwändigerer Modulwechsel bei Defekt
  • !Sorgfältige Abdichtung am Modulrand erforderlich

Kosten: ca. 1.600 bis 2.200 €/kWp (netto)

Dachsanierung mit PV planen

Wir koordinieren Dachsanierung und PV-Installation aus einer Hand und erfüllen die Solarpflicht NRW.

Kosten berechnen

Montagearten im Querschnitt

Der wesentliche Unterschied auf einen Blick: Bei der Aufdach-Montage sitzt das Modul erhöht auf Schienen mit Hinterlüftung. Bei der Indach-Montage ersetzt es die Ziegel und liegt bündig in der Dachfläche.

Aufdach-Montage

Dachziegel
Montageschienen
PV-Modul
Hinterlüftung (Luftspalt)

Kosten: 1.200 bis 1.800 €/kWp

Vorteile

  • Standard-Montageart
  • Kostengünstiger
  • Gute Hinterlüftung
  • Einfacher Austausch

Nachteile

  • !Sichtbar auf dem Dach
  • !Höhere Windlast

Indach-Montage

Dachziegel
PV-Modul
Bündig mit Dachfläche

Kosten: 1.500 bis 2.500 €/kWp

Vorteile

  • Ästhetisch ansprechend
  • Bündig integriert
  • Ideal bei Denkmalschutz
  • Geringere Windangriffsfläche

Nachteile

  • !Teurer
  • !Weniger Hinterlüftung
  • !Aufwändigerer Tausch

Statik, Ausrichtung und Dacheignung

Nicht jedes Dach eignet sich gleichermaßen für Photovoltaik. Diese Faktoren bestimmen den Ertrag und die technische Machbarkeit.

Statische Anforderungen

PV-Module wiegen je nach Typ 10 bis 15 kg/m². Zusammen mit der Unterkonstruktion ergibt sich eine Zusatzlast von ca. 15 bis 25 kg/m². Bei älteren Dachstühlen muss ein Statiker prüfen, ob die Konstruktion die Zusatzlast aufnehmen kann. Bei einer Komplettsanierung wird die Statik ohnehin geprüft, sodass der Mehraufwand gering ist.

Optimale Ausrichtung

Südausrichtung mit 30 bis 35° Neigung liefert den höchsten Jahresertrag. Süd-Ost oder Süd-West reduzieren den Ertrag um ca. 5 bis 10%, was in der Praxis gut tolerierbar ist. Reine Ost-West-Belegung bringt ca. 80 bis 85% des Süd-Ertrags, liefert aber eine gleichmäßigere Tagesproduktion mit höherem Eigenverbrauchsanteil. Nordausrichtung ist in der Regel nicht wirtschaftlich.

Verschattungsanalyse

Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder Dachaufbauten können Teilbereiche der Dachfläche verschatten. Schon eine geringe Verschattung eines Moduls kann den Ertrag der gesamten Modulreihe reduzieren. Moderne Wechselrichter mit Moduloptimierern oder Mikrowechselrichter minimieren diesen Effekt. Eine professionelle Verschattungsanalyse ist Teil der Anlagenplanung.

Elektroinstallation

Die PV-Anlage benötigt eine Anbindung an den Zählerschrank. Bei älteren Gebäuden kann ein Zählertausch oder eine Anpassung der Hausinstallation erforderlich sein. Bei der Dachsanierung lassen sich Kabelwege und Leerrohre direkt vorbereiten, was nachträgliche Stemmarbeiten vermeidet.

Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus hängt vom Eigenverbrauchsanteil, den Strompreisen und der Anlagengröße ab.

Kennzahlen für ein typisches Einfamilienhaus in NRW

Anlagengröße (typisches EFH)6 bis 10 kWp
Investitionskosten (Aufdach)8.000 bis 14.000 € netto
Jährlicher Ertrag in NRWca. 900 bis 1.000 kWh/kWp
Eigenverbrauchsanteil (ohne Speicher)ca. 25 bis 35%
Eigenverbrauchsanteil (mit Speicher)ca. 60 bis 80%
Einspeisevergütung (Eigenverbrauch, bis 10 kWp)8,03 ct/kWh
Strompreis (Bezug)ca. 35 bis 40 ct/kWh
Amortisationca. 10 bis 14 Jahre

Batteriespeicher

Ein Batteriespeicher (typisch 5 bis 10 kWh) erhöht den Eigenverbrauchsanteil von ca. 30% auf 60 bis 80%. Der tagsüber erzeugte Solarstrom wird gespeichert und abends genutzt. Die Investition für einen Speicher liegt bei ca. 4.000 bis 8.000 €. Ob sich ein Speicher wirtschaftlich lohnt, hängt stark vom individuellen Lastprofil und der Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung ab.

Systemlösung: Dämmung + PV

Die Kombination von energetischer Dämmung und PV-Anlage ist wirtschaftlich besonders attraktiv. Die Dämmung reduziert den Heizenergiebedarf, die PV-Anlage senkt die Stromkosten. In Kombination mit einer Wärmepumpe kann der selbst erzeugte Solarstrom direkt zum Heizen genutzt werden. So greifen alle Maßnahmen ineinander und die Gesamtinvestition amortisiert sich schneller.

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