Dachdecker NRWDachdecker NRW

Dachdämmung von innen

Wenn die Dacheindeckung intakt ist, spart die Dämmung von innen Kosten und Gerüst. Entscheidend ist die korrekte Ausführung von Dampfbremse und Luftdichtheit. Welche Methoden es gibt und worauf Sie achten müssen.

Wann ist die Dachdämmung von innen sinnvoll?

Die Innendämmung ist nicht immer die beste Lösung, aber in bestimmten Situationen die wirtschaftlichste. Vier typische Szenarien, in denen die Dämmung von innen die richtige Wahl ist.

Dacheindeckung ist intakt

Wenn die vorhandenen Ziegel oder Dachsteine noch mehrere Jahrzehnte halten, lohnt sich eine Aufsparrendämmung wirtschaftlich nicht. Eine Innendämmung nutzt die bestehende Eindeckung weiter und spart die Kosten für Neueindeckung und Gerüst.

Dachgeschoss wird ausgebaut

Beim Ausbau des Dachgeschosses zum Wohnraum muss ohnehin eine Innenbekleidung angebracht werden. Die Zwischensparrendämmung lässt sich in diesem Zuge miterledigen, ohne die Außenhaut des Gebäudes zu öffnen.

Energetische Verbesserung gewünscht

Wer den Heizenergieverbrauch senken will, ohne eine Komplettsanierung durchzuführen, erreicht mit einer Innendämmung bereits eine deutliche Verbesserung. Der U-Wert lässt sich je nach Methode auf 0,20 bis 0,30 W/(m²K) senken.

Budget ist begrenzt

Die Dachdämmung von innen ist deutlich günstiger als eine Aufsparrendämmung mit Neueindeckung. Besonders die Dachbodendämmung auf der obersten Geschossdecke bietet den besten Preis pro eingesparter Kilowattstunde.

Methoden der Innendämmung im Vergleich

Vier Methoden stehen zur Wahl. Die richtige hängt davon ab, ob das Dachgeschoss bewohnt wird, welche Sparrenhöhe vorhanden ist und welcher U-Wert erreicht werden soll.

Zwischensparrendämmung

Dämmstoff wird zwischen die vorhandenen Sparren geklemmt. Die Sparrenhöhe bestimmt die maximale Dämmstoffdicke. Typische Materialien sind Mineralwolle, Holzfasermatten oder Zellulose (als Einblasdämmung).

U-Wert

0,20 bis 0,30 W/(m²K)

Kosten

60 bis 160 €/m²

Vorteile

  • Kein Eingriff in die Dacheindeckung
  • Gängigste Methode bei Innendämmung
  • Viele Dämmstoffe verfügbar
  • Kombinierbar mit Untersparrendämmung

Nachteile

  • Begrenzt durch Sparrenhöhe
  • Wärmebrücken an den Sparren
  • Reduziert lichte Raumhöhe nicht (Sparrenfeld wird gefüllt)

Untersparrendämmung

Eine zusätzliche Dämmschicht wird unterhalb der Sparren montiert. Wird fast immer als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung eingesetzt, um den U-Wert zu verbessern und Wärmebrücken an den Sparren zu reduzieren.

U-Wert

Verbesserung um 0,05 bis 0,10 W/(m²K)

Kosten

30 bis 80 €/m²

Vorteile

  • Reduziert Wärmebrücken an den Sparren
  • Verbessert den Gesamt-U-Wert
  • Einfache Montage auf Lattung
  • Installationsebene für Leitungen nutzbar

Nachteile

  • Reduziert die lichte Raumhöhe
  • Allein nicht ausreichend für GEG
  • Sparren werden verdeckt

Kombination (Zwischen + Unter)

Die häufigste Lösung bei anspruchsvollen U-Wert-Zielen: Zwischensparrendämmung füllt das Sparrenfeld, Untersparrendämmung ergänzt darunter. Diese Kombination erreicht auch bei niedrigen Sparrenhöhen den BAFA-Förderwert von 0,14 W/(m²K).

U-Wert

0,14 bis 0,20 W/(m²K)

Kosten

90 bis 200 €/m²

Vorteile

  • Beste Dämmwirkung von innen erreichbar
  • BAFA-Förderwert erreichbar
  • Sparren komplett eingepackt
  • Installationsebene integriert

Nachteile

  • Höchste Kosten der Innenmethoden
  • Größter Raumhöhenverlust
  • Aufwändigere Ausführung

Dachbodendämmung

Wird das Dachgeschoss nicht bewohnt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die einfachste Lösung. Dämmstoff wird auf die Decke gelegt (nicht begehbar) oder mit begehbaren Platten abgedeckt. Diese Methode erfordert keine Arbeiten an der Dachkonstruktion.

U-Wert

0,14 bis 0,24 W/(m²K)

Kosten

20 bis 90 €/m²

Vorteile

  • Günstigste Dämmmethode überhaupt
  • Schnelle Ausführung (oft 1 bis 2 Tage)
  • Keine Gerüstkosten
  • GEG-Pflicht bei ungedämmter Decke

Nachteile

  • Dachgeschoss bleibt unbeheizt
  • Kein Wohnraumgewinn
  • Begehbare Variante teurer

Welche Dämmmethode passt zu Ihrem Dach?

Die richtige Wahl hängt von Sparrenhöhe, Nutzung und Budget ab. Wir beraten Sie vor Ort und empfehlen die wirtschaftlichste Lösung.

Kostenlose Erstberatung

Kritisch: Luftdichtheit und Dampfbremse

Die Dampfbremse ist das fehleranfälligste Bauteil bei der Dachdämmung von innen. Schon kleine Undichtigkeiten können über Jahre zu massiven Feuchteschäden führen.

Warum ist die Dampfbremse so kritisch?

Bei der Dachdämmung von innen liegt die gesamte Dämmschicht auf der kalten Seite der Dampfbremse. Jede Undichtigkeit in der Dampfbremse lässt warme, feuchte Raumluft direkt in die kalte Dämmung strömen. Anders als bei der Aufsparrendämmung, wo die Dämmung auf der Außenseite liegt und nach außen austrocknen kann, ist bei der Innendämmung kein Trocknungspotenzial nach innen vorhanden.

Anforderungen an die Verarbeitung

  • Bahnenüberlappung mindestens 10 cm
  • Alle Nähte mit Spezialklebeband verklebt
  • Anschlüsse an Mauerwerk mit Klebemasse
  • Durchdringungen mit Manschetten abgedichtet
  • Keine Schrauben oder Nägel durch die Dampfbremse

Folgen bei Undichtigkeit

  • Kondensat in der Dämmung
  • Durchfeuchtetes Holz, Tragfähigkeitsverlust
  • Schimmelbildung in der Konstruktion
  • Dämmwirkung sinkt drastisch
  • Sanierung erfordert kompletten Rückbau

Ablauf der Dachdämmung von innen

Was Sie erwarten können, wenn ein Fachbetrieb die Innendämmung Ihres Daches durchführt. Sechs Schritte von der Bestandsaufnahme bis zur Qualitätskontrolle.

1

Bestandsaufnahme

Der Fachbetrieb prüft den Zustand der Dachkonstruktion: Sparrenhöhe, Sparrenabstände, vorhandene Unterspannbahn, Holzfeuchtigkeit und mögliche Schäden. Die Aufnahme bestimmt die geeignete Dämmmethode und Dämmstoffdicke.

2

Unterspannbahn prüfen

Zwischen Eindeckung und Sparren muss eine funktionsfähige Unterspannbahn liegen, die Wind und Feuchtigkeit von außen abhält. Fehlt diese Schicht oder ist sie beschädigt, muss sie erneuert werden, bevor gedämmt wird.

3

Dämmstoff einbauen

Bei Zwischensparrendämmung werden die Matten satt in das Sparrenfeld geklemmt, ohne Hohlräume. Bei Einblasdämmung wird Zellulose oder Mineralwolle-Granulat in eine vorbereitete Hohlraumkonstruktion eingeblasen.

4

Dampfbremse verlegen

Die Dampfbremse wird raumseitig lückenlos verlegt. Bahnen überlappen mindestens 10 cm und werden mit Spezialklebeband verklebt. Alle Anschlüsse an Wand, Boden und Durchdringungen werden mit Klebebändern und Manschetten abgedichtet.

5

Innenbekleidung montieren

Auf die Dampfbremse folgt eine Lattung (Installationsebene) und die Innenbekleidung aus Gipskarton oder Holz. Die Installationsebene schützt die Dampfbremse vor Durchdringungen durch Schrauben, Kabel oder Rohre.

6

Luftdichtheitsmessung

Nach Fertigstellung wird die Luftdichtheit der Dampfbremse mit einem Blower-Door-Test geprüft. Bei BAFA-Förderung ist dieser Nachweis Pflicht. Der Test zeigt undichte Stellen, die nachgebessert werden können.

Was kostet die Dachdämmung von innen?

Die Kosten variieren je nach Methode, Material und Ausführung. Einen detaillierten Kostenvergleich mit Beispielrechnung finden Sie auf unserer Kostenseite.

Dachbodendämmung (nicht begehbar)20 bis 40 €/m²
Dachbodendämmung (begehbar)40 bis 90 €/m²
Zwischensparrendämmung60 bis 160 €/m²
Untersparrendämmung30 bis 80 €/m²
Kombination (Zwischen + Unter)90 bis 200 €/m²

Was kostet die Innendämmung bei Ihnen?

Unser Kostenrechner liefert in wenigen Schritten eine erste Einschätzung für Ihre Dachfläche und Dämmmethode.

Zum Kostenrechner
Häufige Fragen

Fragen zur Innendämmung

Die Dachdämmung von innen erfordert sorgfältige Planung. Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Methoden, Dampfbremse und Eigenleistung.

Individuelle Frage stellen

Dachdämmung von innen planen

Welche Innendämmung für Ihr Dach die richtige ist, zeigt eine Bestandsaufnahme vor Ort. Lassen Sie sich unverbindlich beraten oder nutzen Sie unseren Kostenrechner für eine erste Einschätzung.