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Aufsparrendämmung Aufbau: Schichtfolge von innen nach außen

Zehn Schichten bilden den korrekten Aufbau einer Aufsparrendämmung. Jede Schicht hat eine definierte Funktion. Fehler in der Reihenfolge oder bei den Anschlüssen führen zu Feuchteschäden und Wärmeverlusten.

Warum die richtige Schichtfolge entscheidend ist

Eine Aufsparrendämmung besteht aus zehn aufeinander abgestimmten Schichten. Dampfbremse, Wärmedämmung, Winddichtung und Hinterlüftung greifen ineinander. Wird eine Schicht ausgelassen oder in der falschen Reihenfolge eingebaut, funktioniert das gesamte System nicht mehr.

Häufigste Schadensursache

Die häufigsten Schäden an Aufsparrendämmungen entstehen nicht durch falsches Material, sondern durch Fehler im Aufbau: eine fehlende Installationsebene, eine undichte Dampfbremse oder ein zu geringer Hinterlüftungsspalt.

Korrekter Aufbau

Die folgende Übersicht zeigt den korrekten Aufbau von innen nach außen. Jede Schicht hat eine definierte bauphysikalische Funktion und darf weder ausgelassen noch in der Reihenfolge vertauscht werden.

Schichtfolge der Aufsparrendämmung

Der Aufbau von innen (unten) nach außen (oben). Jede Schicht erfüllt eine spezifische bauphysikalische Funktion.

Innen (Raumseite)Außen (Witterung)
1Innenbekleidung
Raumabschluss
2Installationsebene (optional)
Leitungsführung
3Dampfbremse / Luftdichtheitsebene
Feuchte- und Luftsperre
4Sparrenlage
Tragkonstruktion
5Schalung (bei Bedarf)
Verlegegrund
6Aufsparrendämmplatten
Wärmedämmung
7Unterdeckbahn / Unterdeckplatte
Winddichtheit und Regensicherheit
8Konterlattung
Hinterlüftungsebene
9Dachlattung
Ziegelträger
10Dacheindeckung
Witterungsschutz
Dampfbremse (Schicht 3)
Winddichtung (Schicht 7)

Jede Schicht im Detail erklärt

Die Funktion und korrekte Ausführung jeder einzelnen Schicht im Aufbau der Aufsparrendämmung.

1

Innenbekleidung

Raumabschluss

Gipskartonplatte, Holzschalung oder Putz auf Beplankung. Bildet die sichtbare Oberfläche des Dachgeschosses. Bei sichtbaren Sparren entfällt diese Schicht zwischen den Sparren.

2

Installationsebene (optional)

Leitungsführung

Querlattung mit 4 bis 6 cm Mineralwolle unterhalb der Dampfbremse. Ermöglicht die Verlegung von Elektroleitungen, ohne die Dampfbremse zu durchstoßen. Wird empfohlen, ist aber nicht zwingend erforderlich.

3

Dampfbremse / Luftdichtheitsebene

Feuchte- und Luftsperre

Feuchtevariable Dampfbremsfolie (sd-Wert 2 bis 10 m) auf der Sparrenoberseite oder auf einer vollflächigen Schalung. Die Bahnen werden mindestens 10 cm überlappt und mit Spezialklebeband luftdicht verklebt. Anschlüsse an Mauerwerk, Dachfenster und Durchdringungen werden mit Klebebändern und Manschetten hergestellt.

4

Sparrenlage

Tragkonstruktion

Die bestehenden Sparren tragen die gesamte Dachkonstruktion. Bei der Aufsparrendämmung bleiben sie unverändert. Auf ihrer Oberseite wird die Dampfbremse verlegt oder, bei Altbauten, zunächst eine vollflächige Schalung aufgebracht.

5

Schalung (bei Bedarf)

Verlegegrund

Vollflächige Holzschalung aus Nut-Feder-Brettern auf den Sparren. Dient als Verlegegrund für die Dampfbremse, wenn die Sparrenoberseite nicht eben genug ist. Bei Neubauten mit maßhaltigen Sparren kann die Dampfbremse auch direkt auf den Sparren verlegt werden.

6

Aufsparrendämmplatten

Wärmedämmung

PUR/PIR-Hartschaumplatten (12 bis 16 cm) oder Holzfaserdämmplatten (20 bis 28 cm). Die Platten werden im Nut-Feder-Verbund verlegt und über spezielle Schrauben durch die Dämmung hindurch in den Sparren befestigt. Diese Schrauben tragen gleichzeitig die Konterlattung.

7

Unterdeckbahn / Unterdeckplatte

Winddichtheit und Regensicherheit

Diffusionsoffene Unterdeckbahn (sd-Wert unter 0,3 m) oder Holzfaser-Unterdeckplatte auf der Oberseite der Dämmung. Schützt die Dämmung vor Flugschnee, Schlagregen und Wind. Muss an Traufe und Ortgang sauber angeschlossen werden.

8

Konterlattung

Hinterlüftungsebene

Holzlatten (30 x 50 mm oder 40 x 60 mm) in Sparrenrichtung auf der Unterdeckbahn. Bilden den Hinterlüftungsspalt zwischen Unterdeckbahn und Dacheindeckung. Die Luft strömt an der Traufe ein und am First aus. Mindesthöhe 2 cm nach DIN 4108-3.

9

Dachlattung

Ziegelträger

Holzlatten (30 x 50 mm) quer zur Konterlattung. Auf ihnen werden die Dachziegel oder Dachsteine eingehängt. Der Lattenabstand richtet sich nach dem Ziegelformat und der Dachneigung.

10

Dacheindeckung

Witterungsschutz

Tondachziegel, Betondachsteine, Schiefer oder Metalldach. Die Eindeckung schützt die darunterliegenden Schichten vor Regen, Schnee, Hagel und UV-Strahlung. Bei einer Aufsparrendämmung wird immer eine neue Eindeckung verlegt.

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Kritische Anschlussdetails

An diesen vier Stellen entscheidet sich, ob die Aufsparrendämmung dauerhaft funktioniert. Fehler bei den Anschlüssen sind die häufigste Schadensursache.

Traufanschluss

Die Dämmplatten enden an der Traufe bündig mit der Sparrenoberseite oder werden auf einem Traufkeil abgesetzt. Die Unterdeckbahn wird in die Traufrinne geführt. Der Abstand zwischen Dämmung und Rinne muss die freie Belüftung der Konterlattungsebene sicherstellen. Der Traufpunkt ist die häufigste Fehlerquelle bei der Aufsparrendämmung.

Firstanschluss

Am First treffen die Dämmebenen beider Dachseiten aufeinander. Die Unterdeckbahnen werden über den First gezogen und verklebt. Die Hinterlüftung wird durch ein Firstlüftungsband oder einen Lüftungsfirst sichergestellt. Die Dämmplatten werden auf beiden Seiten bis zum First verlegt und dort dicht gestoßen.

Ortganganschluss

Am seitlichen Dachrand (Ortgang) werden die Dämmplatten sauber abgeschnitten und mit einem Ortgangblech oder Windbrett abgedeckt. Die Unterdeckbahn wird an der Giebelwand hochgeführt und dort befestigt. Windsogsicherung ist an dieser Stelle besonders wichtig.

Durchdringungen

Schornsteine, Lüftungsrohre und Antennenmasten durchstoßen die Dämmebene. An diesen Stellen muss die Dampfbremse mit Spezialmanschetten angeschlossen werden. Die Dämmplatten werden ausgeschnitten und die Lücke mit PU-Schaum oder Stopfdämmung gefüllt. Ein brandbeständiger Abstand zum Schornstein ist einzuhalten.

Checkliste: Blower-Door-Bereitschaft

Vor dem Schließen der Innenbekleidung sollte ein Blower-Door-Test durchgeführt werden. Diese Punkte müssen vorher erfüllt sein.

Dampfbremse vollflächig und faltenfrei verlegt
Alle Überlappungen mindestens 10 cm und mit Spezialklebeband verklebt
Anschluss an Mauerwerk mit Anpresslatten und Dichtband hergestellt
Dachfenster-Anschlüsse mit Herstellermanschetten ausgeführt
Durchdringungen (Kabel, Rohre) einzeln abgedichtet
Installationsebene unterhalb der Dampfbremse vorhanden
Keine nachträglichen Durchstoßungen der Dampfbremse durch Handwerker
Anschluss an Innenwände und Kehlbalkendecke luftdicht
Übergang Dach/Wand (Fußpunkte) mit Kompriband abgedichtet
Blower-Door-Test vor dem Schließen der Innenbekleidung durchführen

Wichtig: Der Blower-Door-Test muss vor dem Einbau der Innenbekleidung erfolgen. Nur so können undichte Stellen lokalisiert und nachgebessert werden, ohne die fertige Oberfläche zu beschädigen.

Ihr Dach verdient den richtigen Aufbau

Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Planung. Wir berücksichtigen Ihre Bestandskonstruktion und beraten zur optimalen Schichtfolge.

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Häufige Fragen

Fragen zum Aufbau

Die wichtigsten Fragen zum Schichtaufbau, zur Dampfbremse und zur korrekten Ausführung der Aufsparrendämmung.

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Fachgerechter Aufbau vom Meisterbetrieb

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